
Die Kultur von Teneriffa
Die Ureinwohner der Insel Teneriffa werden Guanchen genannt. Ihre traditionellen Bräuche wurden während der spanischen Herrschaft des Diktators Francos fast vollständig unterdrückt – Veranstaltungen mit Anlehnung an eine Guanchen-Tradition waren sogar bei Strafe verboten. Und dennoch konnten die alten Bräuche und Riten im Geheimen weitergegeben werden und so die Zeit der Unterdrückung überdauern. Mit dem Einzug der Demokratie auf Teneriffa wurden Guanchen-Stätten restauriert und Fundstücke aus der Zeit vor der Eroberung durch Spanien in Museen ausgestellt.
Der Tourismus ist seit den 70er Jahren die wichtigste Einnahmequelle der Insel und somit der bedeutungsträchtigste Wirtschaftsfaktor. Aufgrund des zunehmenden Tourismus auf Teneriffa kommt es zu einem erhöhten Zuzug an Arbeitskräften vom Festland und aus den ländlichen Regionen der Insel. Die Bevölkerung ist innerhalb von 20 Jahren um beachtliche 25 Prozent angestiegen, was allein dem wirtschaftlichen Aufschwung durch den Tourismus zuzuschreiben ist.
Seit 1985 beginnt das Jahr in Santa Cruz mit dem Festival de Música de Canarias. Besonders Musikliebhaber sollten sich die Aufführungen mit Musikern aus aller Welt auf keinen Fall entgehen lassen, die von Anfang Januar bis Anfang Februar täglich stattfinden. Der Carnaval in Santa Cruz ist ein weiteres Highlight auf Teneriffa; es ist das größte Tanzfest der Welt und steht sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Die ausgefallenen, farbenprächtigen Kostüme werden von den Tinerfeños in aufwendiger Handarbeit hergestellt und können bis zu 70 Kilo wiegen. Mit rhythmischen Sambaklängen ziehen die Tänzer, Sänger und Musizierenden durch die Straßen und reißen mit ihrer ausgelassenen und herzlichen Art jeden Umstehenden mit.
Zu den kirchlichen Höhepunkten auf der Insel Teneriffa zählen die Romerías. Das sind Wallfahrten zu den Schutzpatronen oder Madonnen auf der Insel – ein für jeden Urlauber sehenswertes Ereignis. Zeitgleich zu den Romerías finden die lucha canaria, ein Ringkampf nach alter Guanchen-Tradition sowie Theateraufführungen und Volkstänze statt.
Und hier noch ein paar Tipps für einen kultivierten Aufenthalt auf Teneriffa: Frauen werden grundsätzlich mit Senorita angesprochen, nicht mir Senora (Anrede für ältere Damen). Besucht man eine Kirche auf Teneriffa sollte man auf kurze Hosen und schulterfreie Oberteile verzichten; und auch bei einem kleinen Stadtbummel gelten ein freier Oberkörper und das Tragen von Badebekleidung als unhöflich. Auf den Kanarischen Inseln sind die Freikörperkultur und auch das Sonnen am Strand oben ohne verboten; hüllenloses Sonnenbaden ist nur an offiziellen Nacktbadestränden gestattet. Zur Begrüßung reicht man sich ganz klassisch die Hand. In Bars und Restaurants können bei wirklich gutem Service zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld gegeben werden; ansonsten ist der Service bereits in der Rechnung enthalten. Zimmermädchen in den Hotels erhalten im Durchschnitt fünf Euro pro Woche, der Gepäckträger bis zu 0,70 Euro pro Gepäckstück und dem Oberkellner gibt man üblicherweise am Anfang und Ende des Aufenthalts einen angemessenen Betrag – je nach Serviceleistung. Bei Taxifahrten auf Teneriffa ist eine Zugabe von bis zu zehn Prozent des Rechnungsbetrages gängig.
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