
Refugio Altavista
Der höchste Berg Spaniens, der Pico del Teide, ist ein beliebtes, anspruchsvolles und aufregendes Gebiet, dass bei Wanderern, Kletterern sowie bei Bergsteigern Abenteuerlust und Entdeckergeist wach werden lässt. Um den Aufstieg auf den 3.718 Meter hohen Berg problem- und gefahrenlos bewältigen zu können, bedarf es zu allererst einer hervorragenden Kondition, gutem, festen Schuhwerk, Sonnencreme, die vor der gleißenden Höhensonne schützt, sowie ausreichender Wasserversorgung und eine Kopfbedeckung. Stimmen diese notwendigen Rahmenbedingungen, kann man sich auf den anstrengenden, mühsamen und vielseitigen Aufstieg machen. Dieser dauert in etwa fünf Stunden und dabei wird angeraten, die ausgewiesenen Pfade nicht zu verlassen. Grund ist nicht wie so oft auf Teneriffa, das empfindliche Ökosystem der Flora und Fauna, sondern vielmehr die Gefahr, sich zu verirren. Denn die schroffe Bergwelt lässt einen schnell die Orientierung verlieren. Ratsam ist zudem, regelmäßig kleinere Pausen einzulegen, damit sich der Körper sukzessive an die Höhenluft gewöhnen kann. Schließlich lohnen sich die ganze Mühe und die Strapazen, denn die eindrucksvolle Kulisse dieser luftigen Höhe entschädigt für alle vorangegangen Anstrengungen und gräbt sich schließlich nachhaltig ins Gedächtnis ein.
Doch bevor man den Endspurt in Richtung Gipfel angeht, sollte man seine Kräfte neu auftanken. Bestens dafür geeignet ist das Refugio Altavista in luftigen 3.270 Metern. Dabei handelt es sich um eine Schutzhütte, die müden Wanderern Schutz und ein Obdach vor Wind und Wetter bietet. Und selbst an Tagen, an denen der Zugang zum Pico del Teide witterungsbedingt gesperrt ist, bleibt ein kleiner Schutzraum geöffnet, um verirrte Wandersleute vor dem sicheren Tod zu bewahren. Größter Beliebtheit erfreut sich das Refugium, das im Übrigen über die Montaña Blanca zu erreichen ist, insbesondere bei Abenteurern, die den Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Spaniens genießen wollen. Zu diesem Zweck ist es ratsam, sich schon im Morgengrauen mit einer Taschenlampe bewaffnet auf zur letzten Etappe zu machen.
Wer in der Schutzhütte übernachtet, hat einen entscheidenden Vorteil beim Erklimmen des Gipfels. Nicht nur, dass er seine Reserven auftanken kann, sondern insbesondere erwirbt er dadurch das Recht, in den abgesperrten Bereich bis zum Pico del Teide vorzudringen. Damit erspart man sich die Mühe, sich um die sonst erforderliche Aufstiegsgenehmigung zu kümmern. Einziges Manko: Man muss vor neun Uhr morgens zum Gipfel emporsteigen. Ansonsten sind die Regeln auf der Hütte entspannt. Man ist für seine Verpflegung selbst zuständig, eine wärmende Decke und Bettzeug ist im Übernachtungspreis von 20 Euro inklusive, insgesamt 60 Plätze in Etagenbetten können belegt werden und ein behaglicher Wohnraum mit Kamin, eine Küche und moderne sanitäre Anlagen lassen einen anstrengenden Tag geruhsam ausklingen.
Erbaut wurde die Hütte auf der Nordseite des Pico del Teide 1892 von einem auf der Insel lebenden Engländer. Er hatte erstmals die Idee, dass ein paar schützende Wände in Not geratene Wanderer vor dem sicheren Erfrierungstod schützen können. Seit 1950 ist das Refugio im Besitz der Inselregierung. Von April 2006 bis Oktober 2007 wurde das Refugio schließlich renoviert und auf moderne Ansprüche hin ausgerichtet. Was unter anderem einen Internetanschluss nach sich gezogen hat, mit dem eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation möglich ist.
Der Aufstieg auf den höchsten Berg Spaniens beginnt schließlich vom Parkplatz der Montaña Blanca aus und ist mit einem hohen Schwierigkeitsgrad angegeben. Nicht umsonst, denn man muss auf der Wegstrecke, bis man die Schutzhütte erreicht, ganze 900 Höhenmeter zurücklegen. Zudem sollte man sich zu Herzen nehmen, dass man schon in den frühen Morgenstunden den Aufstieg wagen sollte, da in der Mittagshitze die Anstrengungen kaum zu bewältigen sind.
Grundsätzlich muss man zwar sagen, dass der Weg auf den Pico del Teide durchaus beschwerlich ist, doch ebenso imposant. Dem Auge bietet sich ein atemberaubendes Panorama, das man optisch und emotional beinahe nicht verarbeiten kann, da es durch die offenbarte Größe und Vielfalt etwas derart Erhabenes ausstrahlt, dass man sich geradezu klein im Gegensatz zu den gigantischen Flächen, Bergen, Gipfeln und Bäumen fühlt. Die einzigartige Vulkanlandschaft mit all ihren Kontrasten fasziniert demnach im besonderen Maße und hinterlässt nachhaltig Eindruck.
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